Der Tag, der mein Leben gerettet hat (Teil 2)

von 11. Februar 2018Ängste

Ein Gastartikel von Sabine Stemp von www.herzerldorf.de

Es ist der 12. Juni 2015 – zu dieser Zeit bin ich ein seelisches und körperliches Wrack.

Mein Mann pflegt mich Tag und Nacht. Es ist schon Abend als er mir plötzlich sagt: „Jetzt lern endlich mal deine Gefühle auszudrücken!“ Er klingt sehr bestimmt.

Meine erste Reaktion war: „Ich? Gefühle ausdrücken? Wie geht das?“ Das macht mir furchtbar Angst, aber mir ist klar, dass das so nicht mehr weitergehen kann.

Ich setze mich auf mein Bett und schlage einfach ganz mechanisch auf das Kopfkissen ein. Ich habe eigentlich gar keine Ahnung, was ich da tue. Aber in diesem Augenblick spüre ich einen kleinen Funken von irgendetwas in der Bauchgegend.

Das tut gut. Ich spüre instinktiv – da geht es lang.

Die nächsten Tage und Wochen verbringe ich mit „Gefühle-ausdrücken“. Ich schreibe alles auf, was mir so durch den Kopf geht – ich schreibe ganze Bücher voll. Ich knülle Papier zusammen und knalle es in die Ecke.

Ich fülle Wasserflaschen und leere sie wieder aus. Ich rede laut mit mir selber. Ich schreie, ich wüte, ich male. Das geht 3 Monate so. In dieser Zeit geht es mir schon etwas besser.

Ich kann sogar wieder alleine an den See fahren und dort ein paar Stunden verbringen.

Das sind die ersten Hoffnungsschimmer in meinem Leben.

Ich fühle, wie ich eine gewisse Handlungsfähigkeit wiedererlange.

Dann, es ist Ende August, spüre ich, dass mein Unterbewusstsein voll ist. Voll mit den schlimmen Erlebnissen meines Lebens. Ich merke, dass es bei jeder Gelegenheit überschwappt und große Probleme verursacht. Ich will es „ausleeren“. Aber wie leert man ein übervolles Unterbewusstsein aus? Ich weiß es nicht – aber das weiß es wohl selber.

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Ein paar Tage später fange ich an zu weinen – stundenlang. Es fühlt sich an, als ob ich nie mehr aufhören könnte, die Schmerzen sind unendlich stark.

Ich übergebe mich ca. 30 mal, ich weine wieder, ich habe unerträgliche seelische Schmerzen, die soweit gehen, dass ich das Bedürfnis habe die Kettensäge zu holen, um mir damit den Arm abzusägen – das fühlt sich nach Befreiung an.

Nein, ich will nicht sterben, diesmal nicht.

Dann würde ich ja die Schmerzen nicht mehr spüren – es ist total verrückt.

Mein Leben, meine Erlebnisse ziehen, wie ein unendlicher Kinofilm, an mir vorüber – immer und immer wieder.

Ich erlebe mein gesamtes Leben nochmal, diesmal mit all den dazugehörigen Gefühlen, die ich die ganze Zeit unterdrückt hatte.

Ein Horrorstreifen, den ich mir nicht freiwillig anschauen würde.

Der Boden in unserem Bad wird mir zum Freund. Es fühlt sich an, wie wenn er mich trösten würde. Ich verliere trotzdem all meine Kraft. Ich weiß nicht mehr, wie ich vom Garten wieder ins Haus kommen soll.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich nicht mal mehr fähig mit meiner Therapeutin zu telefonieren. Ich leide einfach alleine. Meinen Mann schicke ich zeitweise auch noch weg, da ich weiß dass mir jetzt niemand mehr helfen kann.

Eines abends sitze ich auf dem Sofa und bin so schwach, dass es sich nach sterben anfühlt. Das was mich jetzt noch aufrecht hält ist, dass meine Schwester das auch schon so erlebt hatte und nicht gestorben ist.

Ich spüre in dieser Zeit ganz deutlich die Hilfe von oben. Ich frage – er antwortet, ich frage – er antwortet, ich frage wieder und er antwortet wieder, wie ein Therapeut, der immer für mich da ist.

Das ganze geht über einen Zeitraum von 10 Wochen. Ein echter Alptraum. Es ist das Schlimmste, was ich jemals erlebt habe und doch fühle ich, dass das mein Weg in die Freiheit ist.

40 Jahre unterdrückte und ignorierte Gefühle können echt brutal sein!

Nach 10 Wochen ist alles vorüber.

Von heute auf morgen bin ich befreit von schwersten Depressionen, unbeherrschbaren Ängsten, Schlaflosigkeit, Zwängen und ich brauche die vielen Medikamente nicht mehr (nach 8 Monaten Absetzphase). Es kam von diesem Wahnsinn auch nie mehr etwas zurück. Bin ich froh!!!

Der 12. Juni 2015 war für mich der Tag, an dem ich den kleinen Funken spürte, der alles für mich veränderte.

Für mich gibt es sie, die Wunder, denn heute bin ich ein glücklicher Mensch mit einem spannenden und erfüllten Leben und ich bin wirklich froh, noch am Leben zu sein, denn es ist wunderschön…

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Über die Autorin: Sabine Stemp

Ich bin Story-Coach und ich zeige dir deine wirkliche Macht ……. meine Geschichten huschen direkt an deinem Verstand vorbei und machen mit dir das, was du dir schon so lange wünschst.

Wenn du willst, dann begleite ich dich zu deinem eigenen Märchen.

Dein Leben ist gerade nicht einfach, dann hast du mein volles Mitgefühl und ich möchte dir sehr gerne zeigen, wie es leichter geht – denn ich bin diesen Weg schon erfolgreich gegangen.

Die eine Lösung – die habe ich nicht, aber ich kann dich sehr wirkungsvoll zu deinen eigenen Lösungen begleiten.

Du kannst mich und meine Arbeit sehr gerne kennenlernen. Schreibe mir einfach eine E-mail mit deiner aktuellen Situation und deinem besonderen Wunsch an das Leben. www.herzerldorf.de

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